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16.05.06 - 22:14
Lieblosigkeit
Rheinischer Merkur
PETER SCHALLENBERG: Todsünde meint vom Namen her eine Sünde, eine Fehlhaltung, die auf Dauer zum Tod der Seele führt. [...] Es geht um Lieblosigkeit gegenüber Gott, den Mitmenschen und auch gegenüber sich selbst – das sind die drei personalen Ebenen.

Welches Menschenbild steht dahinter?

Dahinter steht ein Bild des Menschen als Geschöpf Gottes. Gott ist die Liebe und schafft als Ebenbild seiner selbst den Menschen. Der Mensch hat aber die Freiheit der Wahl zwischen Gut und Böse. Die Aufgabe durch sein Leben hindurch ist, sich dem Guten zuzuwenden – aus freiem Willen.
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Die Lehre von den Todsünden ist eher die Konsequenz aus der Frage: Was ist denn die Wurzelsünde von allem? Das wäre dann die Lieblosigkeit. Sie bedeutet einen Widerspruch zur Gottesebenbildlichkeit aus christlicher Sicht, ist sozusagen eine Perversität, deren der Mensch aber fähig ist, die er denken und ausüben kann, die ihm auch, wie Augustinus zeigt, attraktiv erscheint.
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Das christlich-jüdische Menschenbild ist ein metaphysisch geprägtes Menschenbild. Es operiert mit den klassischen Begriffen der Philosophie. Das ist heute in Verbindung zu bringen mit den modernen Humanwissenschaften. ... Wir müssen erklären: Was meinen wir, wenn wir von Leib-Seele-Einheit und von Leidenschaften der Seele sprechen? Was meinen wir, wenn wir von Freiheit und Bewusstheit sprechen?
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Schwierig wird es bei der Freiheit des Willens. [weiter...]

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